Inhalt   Daten   Leben   Gespräche   Gedichte   Stationen   Winsen   Weimar   Goethe   Ambitionen   Urteile   Dokumente   Karl   Literatur   Kontakt
Gespräche   Index   Gsp. 1   Gsp. 2   Gsp. 3   Gsp. 4   Gsp. 5   Gsp. 6   Gsp. 7   Gsp. 8   Gsp. 9   Gsp. 10   Gsp. 11   Gsp. 12   Gsp. 13   Gsp. 14   Gsp. 15
Gsp. 16   Gsp. 17   Gsp. 18   Gsp. 19   Gsp. 20   Gsp. 21   Gsp. 22   Gsp. 23   Gsp. 24   Gsp. 25   Gsp. 26   Gsp. 27   Gsp. 28   Gsp. 29   Gsp. 30   Gsp. 31

Johann Peter Eckermann - Gespräche mit Goethe


Seit seinem Eintreffen in Weimar im Juni 1823 bis zu Goethes Tod im März 1832 und weiter bis 1848 verfasste Eckermann mit dem Ziel, ein literarisches Kunstwerk zu schaffen, die berühmten "Gespräche mit Goethe in den letzten Jahren seines Lebens". Darin übernahm er oft die Rolle des naiv fragenden, aber sachkundigen Gesprächspartners, der Goethe durch Frage, Antwort und kritisches Nachfragen geschickt allerlei Gedanken und Stellungnahmen entlockte (s. dazu auch die Urteile Christian Morgensterns und Friedrich Nietzsches). In einfühlsamer, wohlwollender Weise und oft geradezu lyrischem Stil, dennoch durchstrukturiert und auf das Wesentliche fokussiert, beleuchtete Eckermann dann später in den Ausarbeitungen der Unterhaltungen einzelne Facetten des alten Goethe, etwa besondere Wesenszüge, den Hintergrund einiger seiner großen Werke, seine Einstellungen zu berühmten Persönlichkeiten sowie zu deren Taten und Werken oder zu philosophischen und politischen Fragen.

Auf Wunsch Goethes wurde das von ihm im Prinzip autorisierte Werk erst nach seinem Tode veröffentlicht. Der Leipziger Verleger F. A. Brockhaus brachte es im Jahre 1836 heraus (Bände 1 und 2). Zwölf Jahre später, im Jahre 1848, erschien ein dritter Band bei einem Magdeburger Verlag. Einer frühen ersten englischen Übersetzung der "Gespräche" aus der Mitte des Jahres 1839 folgte eine weitere im Jahre 1850. Heute liegt das Werk überdies u. a. in französischer, italienischer, russischer, spanischer, schwedischer, dänischer, niederländischer, tschechischer, ungarischer, japanischer und türkischer Sprache vor. In den Titeln einiger fremdsprachlicher, aber auch deutscher Ausgaben (z. B. Deibel, Hg., 1908) wurde die Hierarchie zwischen den beiden Männern, wie man es offensichtlich für angezeigt erachtete, "zurechtgerückt": Sie wurden eigenmächtig in "Goethes Gespräche mit Eckermann" umbenannt (z. B. "Conversations of Goethe with Eckermann", 1850, "Conversations de Goethe avec Eckermann", 1941).



Eckermann, Gespräche mit Goethe
Johann Peter Eckermann

Gespräche mit Goethe
in den
letzten Jahren seines Lebens


Titelseite der Erstausgabe von 1836
mit den Teilen eins und zwei.
Der dritte Teil erschien 1848.

In der "Vorrede" vom 31. Oktober 1835, die Eckermann den "Gesprächen" voranstellte, erklärte er, »dass diese Gespräche für Leben, Kunst und Wissenschaft nicht allein manche Aufklärung und manche unschätzbare Lehre enthalten, sondern dass diese unmittelbaren Skizzen nach dem Leben auch ganz besonders dazu beitragen werden, das Bild zu vollenden, was man von Goethe aus seinen mannigfaltigen Werken bereits in sich tragen mag.« Allerdings sei er »weit entfernt [...] zu glauben«, dass damit »nun nun der ganze innere Goethe gezeichnet sei.«

Die Gespräche im ersten Bande aus dem Jahre 1823 geben nicht nur Aufschluss über das Verhältnis zwischen Goethe und Eckermann, sondern alle drei Bände werfen nebenbei auch ein Licht auf das bescheidene Wesen ihres Autors, zeigen sie doch, dass Eckermann sich in dem Bewusstsein seiner lückenhaften Bildung dort klug zurückhielt, wo er nicht mitreden konnte, sich ggf. vor oder nach einem Besuch bei Goethe über ein Thema informierte und sich nur zu solchen Themen äußerte, von denen er meinte, hinreichend kompetent zu sein (vgl. dazu die nachfolgend aufgeführten Gespräche). Mit seiner gradlinig-naiven, bisweilen auch devoten Art bot Eckermann Kritikern, wie etwa Friedrich Hebbel, gewiss eine breite Angriffsfläche, doch verkannten diese Leute bei ihren abwertenden Urteilen die Absichten, die Eckermann mit den "Gesprächen" verfolgte. Christian Morgenstern verteidigte Eckermann treffend mit den Worten: »Nichts kann mich mehr aufbringen, als wie allezeit hier und dort über den Eckermann geredet wird. Immer ist ein halb mitleidiges Lächeln dabei, gleich als handle es sich um eine durchaus subalterne Natur, der es jeder seiner gönnerhaften Bespotter unvergleichlich zuvorgetan haben würde. Man hängt sich an die Einfalt mancher seiner Fragen und bedenkt nicht, daß er oft nur frug, um Goethen zu locken und anzureizen, man wirft ihm eigene Unbedeutendheit vor und übersieht die Fülle feiner Beobachtungen und Bemerkungen [...].«

Eckermann selber äußerte sich anfangs zu seiner Arbeit an den "Gesprächen" mit freudiger Genugtuung: »Meine Arbeit rückt langsam vor, aber es wird auch etwas sehr Gutes. Goethe, dem ich vor einigen Tagen die ersten Gespräche zeigte, ist sehr erbaut davon und findet die Arbeit vortrefflich. Ich werde [...] sicher [...] nicht allein in Deutschland, sondern auch in Frankreich und in England dadurch einen guten Namen bekommen.« (Eckermann in einem Brief an seine Verlobte Johanne Bertram vom 6. Juni 1825). Einige Jahre nach dem Erscheinen der beiden ersten Bände beklagte er jedoch enttäuscht, »dass man das Werk an sich hochschätzte, allein den sich zurückhaltenden Autor völlig übersah, ja, oft sogar mit einer gewissen Geringschätzung auf ihn herabblickte.« (an Heinrich Laube, 5.3.1844).

Im dritten Band verarbeitete Eckermann unter anderem ca. siebzig zumeist kurze Aufzeichnungen seines Freundes Frédéric Soret (1795 - 1865), die dieser über seine Besuche bei Goethe zwischen 1822 und 1832 angefertigt und Eckermann 1841 zur Verfügung gestellt hatte.


Eine umfassende Darstellung des ungewöhnlichen Verhältnisses zwischen Goethe und Eckermann enthält das grundlegende biografische Werk Helmuth Hinkfoths Eckermann. Goethes Gesprächspartner aus dem Jahre 2014. Darin werden viele bislang kaum beachtete oder häufig missverstandene Umstände zu Entstehung und Inhalt der drei Bände der "Gespräche mit Goethe" aufgezeigt und erläutert.
Glanzlichter der "Gespräche mit Goethe" sowie andere erzählerische und poetische Perlen aus Eckermanns Feder, ergänzt durch eine Einführung und Erläuterungen zu den einzelnen Texten, sind in der Anthologie Am Abend ein Stündchen bei Goethe zusammengestellt.
Umfassende Eckermann-Biographie, 2014 Eine detailreiche
Biografie mit einem
informativen Anhang
Eckermann-Anthologie
Erzählungen, Gedichte,
Briefe und Reflexionen
Johann Peter Eckermanns

»Goethes Unterhaltungen mit Eckermann,
das beste deutsche Buch, das es gibt.«
(Friedrich Nietzsche, 1878)


Johann Peter Eckermann, Gespräche mit Goethe. Eine Auswahl (z. T. in Auszügen)
Hinweise: Mit dem Ziele einer Schwerpunktbildung wurden einige der hier wiedergegebenen Gespräche gekürzt; darauf wird ggf. hingewiesen. Die hier verwendete Nummerierung dient allein der besseren Orientierung auf dieser Internetpräsenz und entspricht nicht der Reihenfolge der von Eckermann niedergeschriebenen Gespräche. Die Orthographie wurde vorsichtig aktualisiert (gem. der Neuregelung vom 1. August 2006). Die Interpunktion hingegen folgt weitgehend der bei Houben (1959), teils aber auch der bei Moldenhauer (1884) wiedergegebenen Fassung.


Oben Seitenanfang
   (1)   10. Juni 1823 Eckermanns erster Besuch bei Goethe
   (2)   11. Juni 1823 Eckermanns zweiter Besuch bei Goethe
   (3)   19. Oktober 1823 Erste Unterhaltung über Goethes Farbenlehre
   (4)   27. Oktober 1823 Goethe offenbart Eckermann die Marienbader Elegie;
über die Pianistin Maria Szymanowska (sehr lesenswert!)
   (5)   29. Oktober 1823 Goethe erteilt Eckermann Ratschläge über die Dichtkunst
   (6)   12. November 1823 Wilhelm v. Humboldt zu Besuch bei Goethe
   (7)   13. November 1823 Goethes alter Kammerdiener plaudert über
die prophetischen Gaben des jungen Goethe
   (8)   14. November 1823 Über das Problematische an Schillers Denkungsart
   (9)   16. November 1823 Goethe erläutert die Entstehung der Marienbader Elegie;
Anhang: Goethe über die Entstehung der Trilogie der Leidenschaft;
über Goethes angegriffene Gesundheit (sehr lesenswert!)
 (10)   4. Dezember 1823 Goethes Erklärung für die "Berliner Schnauze"
 (11)   2. Januar 1824 (Bd. 3) Über das Liebenswerte an einem Mädchen
 (12)   22. März 1824 In Goethes Garten im Park an der Ilm (sehr lesenswert!)
 (13)   2. Mai 1824 Über den gesellschaftlichen Umgang
 (14)   6. Mai 1824 Über Arbeiten für Goethe
 (15)   18. Januar 1825 Weibliche Dichtkunst als "geistiger Geschlechtstrieb"; über Schillers
Persönlichkeit und Briefe sowie über Goethes und Schillers
Zusammenarbeit am "Tell" und "Egmont" (sehr lesenswert!)
 (16)   11. Dezember 1826 Alexander v. Humboldt bei Goethe
 (17)   20. Dezember 1826 Ein Experiment zu Goethes Farbenlehre: Der blaue und der
gelbe Schatten (sehr lesenswert!)
 (18)   18. Januar 1827 Widersprüche zwischen Schiller und Goethe über das Ideal der Freiheit
 (19)   11. April 1827 Goethes Verhältnis zu Immanuel Kant
 (20)   7. Oktober 1828 Über die Entstehung der Menschen
 (21)   12. September 1830 Eckermanns erster Brief aus Genf an Goethe mit der »schweren Beichte«,
vorläufig nicht nach Weimar zu Goethe zurückkehren zu wollen
 (22)   12. Februar 1831 Über eine biblische Allegorie
 (23)   18. Februar 1831 Über den Wohlfahrtsstaat (sehr lesenswert!)
 (24)   16. März 1831 Über den Einfluss der Frauen auf Schillers "Wilhelm Tell"
 (25)   25. März 1831 Über elegante und bequeme Möbel
 (26)   31. März 1831 Über eine Begegnung mit Schiller
 (27)   23. März 1832 An Goethes Totenbett  (mit einer Erläuterung) (sehr lesenswert!)
 (28)   Bd. 3: 1. Mai 1825 (I) Über Theatersubventionen
 (29)   Bd. 3: 1. Mai 1825 (II) Goethe und Eckermann beim Bogenschießen
 (30)   Bd. 3: 7. Oktober 1827 In Jena: Goethe erzählt von seiner Freundschaft zu Schiller;
über Träume und esoterische Themen (sehr lesenswert!)
 (31)   Bd. 3: 8. Oktober 1827 (Fortsetzung:) In Jena auf den Spuren Schillers; über den Kuckuck;
vordarwinsche Ornithologie
Literatur
Bergemann (Hg.), Eckermann, Gespräche mit Goethe (viele kleine Textabweichungen)
Hinkfoth, Eckermann. Goethes Gesprächspartner (2014)