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Johann Peter Eckermann - Gespräche mit Goethe (26)(Über eine Begegnung mit Schiller)
DONNERSTAG DEN 31. MÄRZ 1831.
Zu Tafel beim Prinzen mit Soret und Meyer1). Wir redeten über literarische Dinge, und Meyer erzählte uns seine erste Bekanntschaft mit Schiller. »Ich ging, sagte er, mit Goethe in dem sogenannten Paradies bei Jena spazieren, wo Schiller uns begegnete und wo wir zuerst miteinander redeten. Er hatte seinen Don Carlos noch nicht beendigt; er war eben aus Schwaben zurückgekehrt und schien sehr krank und an den Nerven leidend. Sein Gesicht glich dem Bilde des Gekreuzigten. Goethe dachte, er würde keine vierzehn Tage leben, allein, als er zu größerem Behagen kam, erholte er sich wieder und schrieb dann erst alle seine bedeutenden Sachen.« Meyer erzählte sodann einige Züge von Jean Paul und Schlegel, die er beide in einem Wirtshause zu Heidelberg getroffen; sowie einiges aus seinem Aufenthalte in Italien, heitere Sachen, die uns sehr behagten.
1) Hofrat Johann Heinrich Meyer (1760-1832), Goethes "Kunschtmeyer"
(Eckermann, Gespräche mit Goethe; an gekennzeichneter Stelle gekürzt; Überschrift und Abbildung vom Herausgeber eingefügt)
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