J. P. Eckermann - Dokumente und Schlaglichter

Eckermanns Stammbaum
Die Familie J. P. Eckermanns
stammt väterlicherseits aus der Elbmarsch, mütterlicherseits aus der nördlichen Lüneburger Heide
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Johann Peter Eckermanns Vorfahren väterlicherseits stammen großenteils aus der Gegend um Handorf, einem Kirchdorf der Elbmarsch zwischen Winsen (Luhe) und Lüneburg. Die mütterliche Linie stammt aus der nördlichen Lüneburger Heide, südwestlich Winsens (s. dazu die vergrößerte Darstellung des Stammbaums).

Entlang der Elbe im Großraum der Winsener Marsch bis ins Lauenburgische ist der Name "Eckermann" nicht selten. Bereits um 1365 lebte in Lüneburg ein Clawes Ekermann. 1525 wurden ein Kl. Eckermann in Tespe und um 1557 ein Jakob Eckermann in Avendorf erwähnt. In Hohenhorn bei Geesthacht gab es um 1570 einen Carsten Eckermann. In Winsen wird der Name erstmals 1679 verzeichnet. Auch heute leben noch zahlreiche Menschen mit dem Namen Eckermann in der genannten Region.

Der Name "Eckermann" ist wohl weniger auf das Harzflüsschen "Ecker" zurückzuführen, wie manch ein Namenskundler meint (Bahlow), sondern vielmehr auf das niederdeutsche Wort "eek" ("Eekboom"), oft auch mit einem mittelniederdeutschen Dehnungs-c geschrieben (z. B. "Eckholt", gesprochen mit langem "e") für "Eiche".

 

Zwei Porträts Eckermanns, gefertigt von J. J. Schmeller

Johann Peter Eckermann, Porträt 1824
Porträt, 1824
Eckermann wurde mehrfach porträtiert, u. a. von dem angesehenen Weimarer Maler Johann Joseph Schmeller (1796-1841).
Dieses erste von Schmeller gefertigte Porträt aus dem Jahre 1824 gefiel weder Eckermann noch seiner Braut, obwohl Eckermann es hatte nachbessern lassen.
Johann Peter Eckermann, Porträt 1827
Porträt, 1827
Dieses Kreide-Porträt Eckermanns fertigte Schmeller im Jahre 1827 im Auftrage Goethes.
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Handschriftlicher Lebenslauf Eckermanns

vom 24. Oktober 1825
anlässlich der Verleihung der Ehrendoktor­würde der Universität Jena am 7.11.1825
Eckermanns handschriftlicher Lebenslauf, 1825

Am 21sten September 1792. bin ich zu Winsen an der Luhe, einem Städtchen zwischen Lüneburg und Hamburg, geboren. Auf dem Gymnasio zu Hannover und durch Privat-Unterricht habe ich mich zu academischen Studien vorbereitet. Zu Göttingen habe ich studiret, und zwar hörte ich vorzüglich bey Hugo und Kern juristische, bey Bouterweck philosophische und bey Heeren und Dissen geschichtliche und philologische Collegia. Von der Academie abgegangen, habe ich in einem critischen Werkchen, welches in der Cotta'schen Buchhandlung 1824. unter dem Titel: Beyträge zur Poesie herausgekommen, meinen ersten schriftstellerischen Versuch dem Vaterland vorgelegt. Während meines bis jetzt zweyjährigen Aufenthaltes in Weimar bin ich in diesen Richtungen fortgegangen, habe im Stillen manches Literarische vorbereitet, vorzüglich aber das Glück gehabt, Sr. Excellenz den Herrn Geheime Rath von Goethe bey der Redaction seiner bisher noch ungedruckten Werke zu unterstützen.
Aus meinem früheren Leben habe [ich] nachzuholen, daß ich unter den Hannöverschen Jägern den Befreyungskrieg von 1813 und 1814. mitgemacht und sechs Jahre lang in Hannover eine administrative Stelle bekleidet habe.
Weimar d. 24. October 1825.
Johann Peter Eckermann.

 
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Johann Peter Eckermann, Porzellanmedaillon, 2007
Porzellanmedaillon
In Anlehnung an das Porträt Schmellers von 1827 schuf der Thüringer Künstler Michael Höppner im Jahre 2007 dieses Porträt Eckermanns aus Porzellan mit einem Durchmesser von etwa sieben Zentimetern.
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Doktor und Bürgerrecht der Stadt Weimar

«Lieber Doktor, ich habe Ihren Brief gestern Ihrer Kaiserl. Hoheit gezeigt [...]. Ich kam bei dieser Gelegenheit auch auf die Erwerbung des Bürgerrechts; Ihre Kaiserl. Hoheit hat mich ermächtigt, Ihnen 30 Taler auszuzahlen, die ich Ihnen heute nachmittag geben werde; damit können Sie die Kosten des Bürgerbriefs bestreiten. [...] »
(Frédéric Soret an Eckermann, 11.10.1831. Die "Kaiserliche Hoheit" ist die Zarentochter Maria Pawlowna, Großherzogin zu Sachsen-Weimar. Sie war Eckermann sehr gewogen.)

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Frédéric Soret
Frédéric Soret
1795-1865
Von 1822 bis 1836 als Hofrat Erzieher des Weimarer Erbprinzen Carl Alexander.
1827 Taufpate von Goethes Enkeltochter Alma. Naturwissenschaftler und später namhafter Numismatiker in Genf
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«Ich wünsche nicht, dass Sie mich Doktor nennen. Ich schäme mich des Titels. Ich bin nicht gelehrt genug um ihn zu verdienen. Die Universität hat mir den Titel beigelegt, um gegen Goethe gefällig zu sein; ich musste es geschehen lassen, aber ich war nur glücklich, als ich noch ein ganz einfacher Herr Eckermann war.»
(Eckermann in einem Brief an den Freund Frédéric Soret, 1836)

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«Verlasse so bald als möglich das verwünschte, unglückselige Weimar, worin Du schon 6 Jahre lang hoffnungslos zugebracht. Es ist ein pauverer Staat, wovon Du nie etwas Ordentliches zu hoffen hast.»
(Eckermanns Verlobte Johanne Bertram an Eckermann, 20.1.1831)

 
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Großherzog Carl Alexander
Carl Alexander
1818 - 1901
Seit dem 8.7.1853 Großherzog von Sachsen-Weimar-Eisenach
Eckermann erteilte dem jungen Erbprinzen Carl Alexander von Ende 1829 bis 1831 Unterricht in englischer Literatur.
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«OO falscher Hof mit deinem Schimmer,
Mit deinen Schranzen, leer und hohl,
Mit leichtem Herzen dir auf immer
Sag ich ein freudig Lebewohl.»

(J. P. Eckermann, 1844)
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Vorderseite der Eckermann-Gedenkmedaille
Gedenkmedaille
Zu Eckermanns zweihundertstem Geburtstag am 21.September 1992 wurde in seiner Heimatstadt Winsen (Luhe) eine Gedenkmedaille herausgegeben.
 
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Eckermanns Wohn- und Aufenthaltsorte

Eckermanns Reisen und Aufenthaltsorte
Eckermanns Wohn- und Aufenthaltsorte, Reisen, Wanderungen und Ausflüge mit Goethe sowie seine Wohnungen in Weimar sind in einem Anhang zu dem Erzählbändchen Wenn nur das Wiederkommen nicht wäre übersichtlich dokumentiert.
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Johann Peter Eckermann, Bronzerelief, 2008
Bronzerelief
Die Johann-Peter-Eckermann-Realschule Winsen (Luhe) ehrt ihren Namensgeber mit einem Bronzerelief, geschaffen im Jahre 2008 von dem Thüringer Künstler Michael Höppner (Foto 2008).
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Literatur

Eine anschauliche Darstellung der Person Eckermanns, seiner Publikationen und seines einzigartigen Verhältnisses zu Goethe enthält das grundlegende bio­grafische Werk Eckermann. Goethes Gesprächspartner.

Eckermann-Biographie, 2014

Helmuth Hinkfoth

Goethes Gesprächspartner
Eine anregende Biographie über den Goethefreund mit außerge­wöhn­lichen Einblicken in Goethes Welt